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Freigabe des Zusammenschlusses der Schiffsausrüster Marine Cargo Handling und Cargotec Oyi

Meldung vom: 06.11.2018

Das Bundeskartellamt hat den Erwerb des Bereiches „Marine Cargo Handling“ der TTS Group ASA, Norwegen, durch Cargotec Oyj, Finnland, nach intensiver Prüfung freigegeben.

Die Tätigkeiten der beiden Unternehmen überschneiden sich bei dem Vertrieb sowie der Reparatur und Wartung von Schiffskranen, Lukendeckeln, Winden sowie der technischen Ausstattung für Kreuzfahrtschiffe und Roll on – Roll off-Schiffe.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes: „Trotz der starken Marktposition der beiden Unternehmen musste der Zusammenschluss freigegeben werden. Auf den relevanten Märkten für Schiffsausrüstung war die Nachfrage in Deutschland in der jüngeren Vergangenheit so gering, dass von sogenannten Bagatellmärkten auszugehen ist und deshalb eine Untersagung des Vorhabens nicht möglich war.“

Nach der sog. „Bagatellmarktklausel“ des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen darf ein Zusammenschluss nicht untersagt werden, wenn in dem betroffenen Markt im Inland im letzten Kalenderjahr weniger als 15 Mio. Euro umgesetzt wurden.

Bei dem Neubau eines Schiffes bzw. einer Schiffserie werden Zubehörteile wie Schiffskrane, Lukendeckel, Winden sowie Rampen, Außentore, Bug- und Hecktore, Mooringplattformen etc. von den Bauwerften nachgefragt. Die Bauwerften verhandeln mit den Ausrüstern über Preise und Konditionen. In Deutschland werden seit einiger Zeit keine größeren Frachtschiffe, wie z.B. Container- oder Massengutschiffe, mehr gebaut. Die Werften in Deutschland stellen hauptsächlich Passagierschiffe, wie z.B. Kreuzfahrtschiffe und Fähren, sowie Yachten und Marineschiffe her. Die Nachfrage nach den oben beschriebenen Produkten der technischen Schiffsausrüstung ist daher gering.

Beide Zusammenschlussparteien sind u.a. auch auf dem weltweiten Markt für After Sales Services für Schiffskrane tätig, d.h. sie reparieren und warten Schiffskrane. Auf diesem Markt stehen den Schiffseigentümern als Nachfragern neben den Herstellern der Krane einige weitere Dienstleister als Anbieter zur Verfügung, die nicht herstellergebunden sind. Trotz der starken Marktstellung der beiden Unternehmen rechtfertigte diese im Ergebnis nicht die Untersagung des Vorhabens.

Das Zusammenschlussvorhaben ist ohne Bedingungen und Auflagen freigegeben worden. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.

Pressemittelung (pdf)

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