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Jahresbericht des Bundeskartellamtes 2013

Meldung vom: 08.07.2014

Der Präsident des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt, hat heute den Jahresbericht 2013 seiner Behörde vorgestellt. Auf rund 40 Seiten bietet die Broschüre einen kompakten Überblick über Zahlen und Fakten sowie die wichtigsten Fälle des Jahres 2013 und der ersten Monate des laufenden Jahres.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes:„Das Wettbewerbsprinzip ist ein tragender Pfeiler unserer Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung. Wirtschaftlicher Wettbewerb kann allerdings – wie im Sport – nur dann funktionieren, wenn es Regeln gibt, an die sich alle halten müssen. Man stelle sich die WM in Brasilien ohne Schiedsrichter vor. So ähnlich wäre das mit der freien Wirtschaft, wenn es keine Kartellgesetze und keine Wettbewerbsbehörden gäbe.“

Im Jahre 2013 hat das Bundeskartellamt in insgesamt zwölf abgeschlossenen Kartellverfahren insgesamt rund 240 Mio. Euro Bußgelder verhängt. Darunter Verfahren in Bereichen wie dem Bahnschienen-Privatmarkt, Konsumgüter, Drogerieartikel, Mühlen und Süßwaren.

Andreas Mundt: „Im laufenden Jahr haben wir mit dem Bier- und dem Zucker-Kartell bereits zwei überdurchschnittlich große Kartellverfahren abgeschlossen. Auch das Wurst-Kartell und unser Vertikal-Verfahren im Lebensmittelbereich werden noch in diesem Jahr beendet.“

Verhängte Bußgelder 2013: ca. 240 Mio. Euro (darunter Schienen-Privatmarkt, Konsumgüter, Drogerieartikel, Mühlen, Süßwaren)

Abgeschlossene Verfahren 2013: 12

Durchsuchungen 2013: 17 (insgesamt 73 Unternehmen/Verbände, 11 Privatwohnungen)

Verhängte Bußgelder 2014 (Stand 8. Juli 2014): ca. 635 Mio. Euro (darunter Bier und Zucker)


Die Markttransparenzstelle-Kraftstoffe läuft seit dem September 2013.

Andreas Mundt: „Wir haben das Instrument in wenigen Monaten an den Start gebracht. Es funktioniert reibungslos und ist sehr gut angenommen worden. Der Blick auf die App lohnt sich. Die Autofahrer können eine Menge sparen, wenn sie gezielt die günstigste Tankstelle ansteuern.“

Gesetz zur Einrichtung der Markttransparenzstelle-Kraftstoffe seit Dezember 2012 in Kraft

Probebetrieb startet im September 2013

Regelbetrieb seit 1. Dezember 2013

Über 14.000 Tankstellen melden jede Preisänderung bei Super E5, Super E10 und Diesel

Zugelassene Verbraucher-Informationsdienste: 113 (Stand 8. Juli 2014)

Verbraucher-Informationsdienste im Live-Betrieb: 26 (Stand 8. Juli 2014)

Umfassender Bericht wird im Herbst 2014 vorgestellt

Erste Preisdatenauswertung (sämtliche Preisdaten zwischen 1. Februar 2014 und 31. Mai 2014 von 120 Tankstellen in Köln sowie 62 Tankstellen in Leipzig):

Differenz zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Preis an einem Tag (sog. Spread)

-       an einer Tankstelle durchschnittlich 10 Cent (Köln) und 8 Cent (Leipzig)

-       in einem Regionalmarkt durchschnittlich 20 Cent (Köln) und 15 Cent (Leipzig)

Tägliche Preiszyklen

-       durchschnittlich eine Erhöhung/Tag um durchschnittlich 9 Cent

-       Großteil der Preiserhöhungen zwischen 20 und 24 Uhr

-       durchschnittlich vier Preissenkungen/Tag von durchschnittlich 2,5 Cent

-       Kein deutlich abweichender Wochentag

-       Erkennbare Preissetzungsmuster, bei denen Aral und Shell sehr häufig ab 20 Uhr mit Preiserhöhungsrunden beginnen und Esso, Total ab 21 Uhr und Jet ab 23 Uhr sehr häufig nachfolgen



Ein Schwerpunkt der Aktivitäten des Bundeskartellamtes ist die Verfolgung von Wettbewerbsbeschränkungen im Internet. Mit Verfahren z.B. gegen HRS, Amazon sowie adidas hat das Amt gerade in diesem Bereich in der jüngeren Vergangenheit wichtige Ergebnisse erzielt.

Andreas Mundt: „Selbstverständlich können Hersteller für einen qualitativ ansprechenden Vertrieb ihrer Produkte Sorge tragen. Aber genauso wichtig ist es, dass der Vertriebskanal Internet offenbleibt, damit gerade kleine und mittlere Händler dort ihre Wettbewerbschancen wahrnehmen können und der Verbraucher davon profitiert.“

Den Jahresbericht finden Sie zum Download auf der Internetseite des Bundeskartellamtes.

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