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Arbeitskreis Wettbewerbsökonomie diskutiert über Strommärkte, hochauflösende Datenanalyse und Plattformökonomie

Meldung vom: 30.05.2018

Der Arbeitskreis Wettbewerbsökonomie hat sich am 30. Mai 2018 in Bonn zu seiner zweiten Tagung getroffen. Im Austausch zwischen Mitarbeitern des Bundeskartellamtes und Vertretern der ökonomischen Forschung wurden theoretische und empirische Konzepte aus der Fallpraxis diskutiert. Auf dem Programm der Tagung standen der beabsichtigte Leitfaden von Bundeskartellamt und Bundesnetzagentur für die Missbrauchsaufsicht in der Stromerzeugung, die datengetriebene räumliche Marktabgrenzung am Beispiel von Zementmärkten und Exklusivvereinbarungen im Bereich von Ticketsystem-Plattformen.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes: „Die Rolle der Ökonomie in der Kartellrechtsanwendung ist heute wichtiger denn je. Deshalb holen wir in ökonomischen Kernfragen unserer Praxis auch die Expertise der Wissenschaft ein.

Nach dem Atomausstieg und der Abschaltung von Kohlemeilern kann das Zurückhalten von Stromerzeugungskapazitäten künftig wieder ein hochrelevantes Thema werden. Mit dem Leitfaden wollen wir die von Stromerzeugern vorgetragenen Unsicherheiten frühzeitig ausräumen. Vorab stellen wir unsere Gedanken auf den Prüfstand ausgewiesener Experten der Wettbewerbsökonomie.

Im Bereich der Fusionskontrolle ist die Verfeinerung der Marktabgrenzung ein Schwerpunkt unserer Arbeit und ohne moderne ökonomische Methoden nicht denkbar. So wurden im Fall Schwenk/Opterra die rund 17.000 Lieferbeziehungen sämtlicher deutscher Zementwerke ausgewertet. Mit einer derart hochauflösenden Datenanalyse erhalten wir einen tiefgehenden, präzisen Einblick in räumlich heterogene Wettbewerbsverhältnisse.

Auch in der digitalen Wirtschaft – insbesondere in Fällen mehrseitiger Märkte – ist ein stetiger Austausch mit der ökonomischen Forschung von hoher Relevanz. Hier geht es um konzeptionelle Fragen der von uns entwickelten Schadenstheorien.“

Der Arbeitskreis Wettbewerbsökonomie wurde im Oktober 2017 ins Leben gerufen. Die akademischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer der zweiten Sitzung des Arbeitskreises waren: Prof. Dr. Stefan Bühler (Universität St. Gallen), Prof. Dr. Tomaso Duso (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, Berlin), Prof. Dr. Veronika Grimm (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg), Prof. Dr. Justus Haucap (Düsseldorf Institute for Competition Economics), Prof. Dr. Roman Inderst (Goethe-Universität Frankfurt am Main), Prof. Dr. Wolfgang Kerber (Philipps-Universität Marburg), Prof. Dr. Martin Peitz (Universität Mannheim), Prof. Dr. Markus Reisinger (Frankfurt School of Finance & Management), Prof. Dr. Ulrich Schwalbe (Universität Hohenheim) und Prof. Dr. Christine Zulehner (Universität Wien).

Pressemittelung (pdf)

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