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Binnenschiff-Bunkerdienste nehmen Anmeldung nach Bedenken des Bundeskartellamtes zurück

Meldung vom: 20.06.2018

Die Unternehmen Reinplus VanWoerden Bunker GmbH, Mannheim, und die Nord- und Westdeutsche Bunker GmbH, Hamburg, haben ihre Fusionsanmeldung zurückgenommen, nachdem ihnen das Bundeskartellamt seine wettbewerblichen Bedenken gegen das Vorhaben schriftlich mitgeteilt hatte.

Reinplus und NWB sind als sogenannte Bunkerdienste tätig. Als Bunkerdienstleistung wird in der Schifffahrt die Betankung (auch: Bunkerung) von Schiffen mit Schiffskraftstoffen für den eigenen Antrieb bezeichnet. Der geplante Zusammenschluss betraf insbesondere die Belieferung von Binnenschiffen mit Dieselkraftstoff. Aufgrund der Lage der Bunkerstationen bzw. Bunkerboote der beiden Unternehmen ergaben sich Überschneidungen insbesondere am deutschen Teil des Rheins, auf den ein Großteil des Verkehrs- und Gütertransportaufkommens der deutschen Binnenschifffahrt entfällt.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes: „Bereits heute werden Bunkerdienste am deutschen Rheinabschnitt von nur drei Unternehmen erbracht. Durch die Fusion hätte sich die Anzahl der Wettbewerber von drei auf zwei weiter verringert und Reinplus hätte seine bereits klar führende Position durch die Übernahme eines preisaktiven Anbieters am Standort Köln weiter ausgebaut. Daher haben wir den Unternehmen unsere Bedenken schriftlich mitgeteilt und angekündigt, das Vorhaben zu untersagen.“

Nach der Anmeldung des Vorhabens hat das Bundeskartellamt umfangreiche Marktermittlungen bei den Beteiligten, ihren Wettbewerbern sowie bei Kunden aus der Frachtschifffahrt, der Fahrgastkabinen- und der Ausflugsschifffahrt durchgeführt. Dabei stellte sich heraus, dass durch den Zusammenschluss der mit großem Abstand führende Lieferant von Dieselkraftstoff für Binnenschiffe am deutschen Rhein entstanden wäre bei nur noch einem verbleibenden maßgeblichen Wettbewerber. Im Unterschied zu diesem ist Reinplus als Unternehmen der VARO-Gruppe auch vertikal in die vorgelagerten Märkte für den Handel mit Kraftstoffen integriert.

Von den niederländischen Rhein-Standorten anderer Anbieter von Bunkerdienstleistungen geht am deutschen Rheinabschnitt aufgrund der Unwirtschaftlichkeit entsprechender Umwege nur ein geringer Wettbewerbsdruck aus. Mit NWB wäre im relevanten Gebiet eine bedeutsame Wettbewerbskraft entfallen. Anbieter, die Binnenschiffe landseitig mittels Tankwagen beliefern, stellen nur für eine begrenzte Abnehmergruppe und auch nicht überall eine Ausweichalternative dar.

Pressemittelung (pdf)

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