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Was ist und wie funktioniert Wettbewerb?

Wettbewerb und freiheitlicher Wirtschaftsprozess
In Deutschland ist das Wirtschaftsleben nach dem Prinzip geordnet, dass sich jeder in wirtschaftlicher Hinsicht grundsätzlich frei entfalten und seine unternehmerischen Pläne verwirklichen kann. Es obliegt jedem Einzelnen selbst, die notwendige Eigeninitiative zu entwickeln, um seine unternehmerischen Pläne umzusetzen (freies Unternehmertum). Dementsprechend haftet auch jeder Unternehmer prinzipiell selbst für den wirtschaftlichen Erfolg oder Misserfolg seines wirtschaftlichen Handelns.

Die Unternehmen richten sich mit ihrem Angebot an Leistungen oder Waren an die diese nachfragenden Kunden (Nachfrager). Die Nachfrager haben durchaus unterschiedliche Bedürfnisse, Wünsche und Vorstellungen. Unternehmen, die Geld verdienen wollen, müssen sich daher mit ihrer Produktion auf die Bedürfnisse und Wünsche der Nachfrager einstellen. Die Unternehmen konkurrieren dabei mit den Angeboten anderer Unternehmen um die Gunst der Nachfrager. Ob und inwieweit Unternehmen mit ihren Produkten und Dienstleistungen insbesondere in preislicher und qualitativer Hinsicht den Geschmack der Nachfrager treffen, entscheidet sich somit im Wettbewerb der konkurrierenden Angebote. Der Prozess des Wettbewerbs wird daher nach dem Nationalökonom Friedrich August von Hayek auch als „Entdeckungsverfahren“ bezeichnet. Das Ziel der Unternehmen im Wettbewerb ist es also, den Nachfragern die Produkte zu besseren bzw. günstigeren Konditionen anzubieten und wirtschaftlich erfolgreicher zu sein als die konkurrierenden Unternehmen.

Der wettbewerbliche Marktprozess als Steuerungsmechanismus
Man kann sich diesen wettbewerblichen Marktprozess folgendermaßen vorstellen: Der Wettbewerb ermöglicht es den Marktakteuren, also den Unternehmen und den Nachfragern, ihre unterschiedlichen Pläne auf dem jeweiligen Markt zu einem Ausgleich zu bringen. In diesem Prozess bewerten die Nachfrager die Angebote der Unternehmen mit Preisen, die sie zu zahlen bereit sind („Zahlungsbereitschaft“). Je mehr ein Produkt ihren Vorstellungen entspricht oder umso größer der Nutzen eines Produktes für die Nachfrager ist, desto mehr sind sie bereit, dafür zu zahlen.

Die anbietenden Unternehmen wiederum entscheiden vor dem Hintergrund ihrer Kosten, zu welchem Preis sie ein bestimmtes Produkt anzubieten bereit sind. Der Marktprozess sorgt schließlich dafür, dass diejenigen Geschäfte zustande kommen können, in denen sich die Zahlungsbereitschaft des Kunden und die Preisvorstellungen der Anbieter entsprechen. Als entscheidendes Steuerungselement fungiert im marktwirtschaftlich-wettbewerblichen Prozess also der Preis.

Zentrales Kennzeichen des wettbewerblichen Marktprozesses ist seine konsequente Ausrichtung auf die Wünsche und Bedürfnisse der Nachfrager. Ein funktionsfähiger Wettbewerb stellt sicher, dass die Wünsche und Bedürfnisse der Nachfrager im Ergebnis von den jeweils kostengünstigsten („effizientesten“) Anbietern befriedigt werden.

Wettbewerb ist ein Ausleseprozess
Im Wettbewerb werben verschiedene Unternehmen mit ihren Angeboten um die Gunst ihrer Nachfrager. Der Nachfrager hat damit immer die Möglichkeit, zum im Hinblick auf das Preis-Leistungs-Verhältnis besseren Anbieter zu wechseln. Unternehmen, die ihren Kunden im Vergleich zu anderen Unternehmen bessere Preise und Leistungen bieten, werden mit höheren Gewinnen belohnt. Schlechte Leistungen oder zu hohe Preise können sich dagegen negativ auf den wirtschaftlichen Erfolg auswirken. Unternehmen, die sich gegenüber ihren Konkurrenten nicht behaupten können, scheiden möglicherweise aus dem Markt aus.

Wettbewerb ist der Motor der Marktwirtschaft
Wettbewerb hält die Unternehmen an, im eigenen Interesse die Qualität ihrer Leistungen und Produkte zu verbessern oder günstiger zu produzieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Damit geht einher, dass Anbieter versuchen müssen, ihre Produkte oder Produktionsverfahren technisch weiterzuentwickeln oder neue Produkte zu erfinden. So kommt es zu technischem Fortschritt. Auf diese Weise werden Arbeitsplätze und Einkommen und damit der volkswirtschaftliche Wohlstand gesichert.