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7. Deutsch-Französischer Wettbewerbstag in Paris

Meldung vom: 06.12.2016

Am 14. November 2016 fand in Paris, der 7. Deutsch-Französische Wettbewerbstag statt, veranstaltet von der französischen Autorité de la concurrence und dem Bundeskartellamt. Der Deutsch-Französische Wettbewerbstag ist eine Tagung, die seit 2004 alle zwei Jahre abwechselnd in Frankreich und in Deutschland ausgerichtet wird.

Der öffentliche Teil der Veranstaltung fand am 14. November 2016 in dem Maison de l’Europe statt. Die Schwerpunktthemen der beiden Diskussionsrunden waren: „Kooperationen und Fusionen im Einzelhandel in Frankreich und Deutschland“ und „Wettbewerbliche Analyse digitaler Plattformmärkte“. An der Veranstaltung nahmen Mitglieder der Kartellbehörden und Wirtschaftsministerien beider Länder, sowie Hochschullehrer, Rechtsanwälte und Vertreter von Unternehmen und Verbänden teil.

Isabelle de Silva, Präsidentin der Autorité de la Concurrence und Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes: „Die Deutsch-Französischen Wettbewerbstage sind Ausweis der intensiven, grenzüberschreitenden Zusammenarbeit der beiden Wettbewerbsbehörden. Die Diskussionen haben erneut gezeigt, dass sich beide Kartellbehörden in ihrer täglichen Arbeit mit sehr ähnlichen Problemen beschäftigen. Der Dialog und Austausch fördert das gegenseitige Verständnis über zentrale wettbewerbliche Fragen.“

In einem ersten Panel diskutierten die Teilnehmer Fragen zur Konzentrationsentwicklung im Einzelhandel und zur wettbewerblichen Beurteilung von Fusionen und Kooperationen unter Beteiligung der marktführenden Einzelhandelsunternehmen auf Beschaffungs- und Absatzmärkten. Auch Fragen zur Marktabgrenzung je nach Art des Verkaufs (stationär, „drive“, online-Verkauf etc.) wurden diskutiert. Sowohl in Frankreich als auch in Deutschland gibt es erhebliche Konzentrationsentwicklungen auf einer Vielzahl von Einzelhandelsmärkten, daher gehören die betroffenen Branchen zu den Arbeitsschwerpunkten beider Wettbewerbsbehörden.
Diskutiert wurden ebenfalls Möglichkeiten der Berücksichtigung des „public interest“ bei der Prüfung von Unternehmenszusammenschlüssen.

Die zweite Diskussionsrunde befasste sich mit der wettbewerblichen Analyse digitaler Plattformmärkte. Die Komplexität der Geschäftsmodelle und wirtschaftlichen Beziehungen auf den digitalen Märkten stellt die Wettbewerbspolitik und die kartellrechtliche Praxis vor neue Aufgaben. Die Kartellbehörden müssen eine effektive Aufsicht sicherstellen und bestehende Prüfkonzepte weiterentwickeln, um schnell und effizient auf die kartellrechtlichen Herausforderungen reagieren zu können. In diesem Zusammenhang befasste sich das Panel im Schwerpunkt mit den Faktoren für Marktmacht auf digitalen Märkten, wie z.B. Netzwerkeffekten, Zugang zu Daten und Innovationspotential des Internets. In diesem Rahmen konnte auch auf den von den beiden Behörden erst kürzlich gemeinsam veröffentlichten Bericht: „Competition Law and Data“ Bezug genommen werden. Aber auch die Frage, ob die bisher angewandten Schadenstheorien und Interventionen überzeugend sind, wurde intensiv diskutiert.

Am Tag nach der öffentlichen Tagung trafen sich die Vertreter der Autorité de la concurrence und des Bundeskartellamtes zu einem informellen Austausch, um sich über Themen von gemeinsamen Interesse und mögliche Wege einer vertieften Zusammenarbeit auszutauschen.

Die Präsentationen der Panelisten finden Sie auf der Internetseite des Bundeskartellamtes.

Pressemitteilung (pdf)

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