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Energiewirtschaft

Wettbewerb im Energiebereich ist die Voraussetzung für eine effiziente und preisgünstige Energieversorgung.

WindradPetra Bork / pixelio.de)

Wettbewerb in der Energiewirtschaft

Seit der Liberalisierung der Energieversorgung Ende der 90er Jahre hat sich der Wettbewerb auf den Strom- und Gasmärkten kontinuierlich belebt. Auf den verschiedenen Marktstufen der Energieerzeugung, des Energiehandels und des Energievertriebs besteht heute in aller Regel ein wettbewerbliches Umfeld. Verbraucher können aus zahlreichen Angeboten verschiedener Energieversorger wählen.

Keinen Wettbewerb hingegen gibt es bei Strom- und Gasnetzen. Denn Energienetze sind sogenannte natürliche Monopole. Sie unterliegen der Regulierung durch die Bundesnetzagentur und die Landesregulierungsbehörden. Hierdurch wird funktionierender Wettbewerb auf den vor- und nachgelagerten Märkten ermöglicht.

Was kontrolliert das Bundeskartellamt?

Das Bundeskartellamt schützt den Wettbewerb auf den Märkten, die den Energienetzen vor- und nachgelagert sind. Diese Märkte umfassen insbesondere die Energieerzeugung, den Energiehandel und die Versorgung von Endverbrauchern. Das Bundeskartellamt wird im Rahmen von Fusionskontroll-, Kartell- und Missbrauchsverfahren tätig und führt entsprechende Sektoruntersuchungen durch.

Auf den Endkundenmärkten herrscht bei der Belieferung mit Fernwärme und Heizstrom kaum Wettbewerb. Insbesondere Kunden mit einer Anschlusspflicht an das Fernwärmenetz des örtlichen Versorgers können nicht zu anderen Anbietern wechseln. Nutzen Unternehmen ihre Marktstellung aus, um überhöhte Fernwärme- oder Heizstrompreise zu verlangen, kann das Bundeskartellamt Missbrauchsverfahren zum Schutz der Verbraucher durchführen. Zugleich setzt sich das Bundeskartellamt für den Abbau von Marktzutrittsschranken und Wechselhindernissen ein.

Siehe hierzu:

Energiemonitoring

Im Rahmen des Energiemonitorings verfolgt das Bundeskartellamt gemeinsam mit der Bundesnetzagentur die Entwicklungen auf den Strom- und Gasmärkten. Die Monitoringaufgaben des Bundeskartellamtes umfassen gemäß § 48 Abs. 3 GWB insbesondere den Grad der Transparenz, auch der Großhandelspreise, sowie den Grad und die Wirksamkeit der Marktöffnung und den Umfang des Wettbewerbs auf Großhandels- und Endkundenebene sowie an Energiebörsen. Die Ergebnisse des Monitorings veröffentlichen Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt jährlich in einem Bericht.

Der aktuelle Monitoring Bericht 2017 sowie ältere Berichte sind hier abrufbar.

Markttransparenzstelle für den Großhandel mit Strom und Gas

In Zukunft wird das Bundeskartellamt gemeinsam mit der Bundesnetzagentur in der Markttransparenzstelle für den Großhandel mit Strom und Gas die Großhandelsmärkte für Strom und Gas überwachen. Die kontinuierliche Beobachtung des Handels sichert eine wettbewerbskonforme Bildung der Großhandelspreise von Strom und Gas. Damit soll auch das Vertrauen der Marktteilnehmer in die Funktionsfähigkeit der Energiemärkte gestärkt werden. Die Markttransparenzstelle wird bei der Bundesnetzagentur eingerichtet, die Aufgaben der Stelle nehmen Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt einvernehmlich wahr. Zurzeit erarbeiten Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt in einem Aufbaustab gemeinsam die inhaltliche und technische Ausgestaltung der Markttransparenzstelle.

Siehe hierzu auch:

Mehr zum Thema

"Vorsicht mit Kapazitätsmärkten" - Gastbeitrag Andreas Mundt in der Energiewirtschaft 1/2014
"Abschreckende Beispiele" - Interview von BIZZ energy today mit Andreas Mundt (12.5.2014)
"Mehr Wettbewerb, bitte!" - Gastbeitrag von Andreas Mundt in der Süddeutschen Zeitung (8.3.2014)

Weitere Beiträge zum Thema können hier abgerufen werden.