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Internationale Zusammenarbeit

Im globalisierten Wirtschaftsleben von heute agieren Unternehmen zunehmend grenzübergreifend. Eine effektive Durchsetzung des deutschen Wettbewerbsrechts erfordert daher eine intensive Zusammenarbeit mit anderen Behörden innerhalb und außerhalb der Europäischen Union.

Eine wachsende Zahl von Unternehmenszusammenschlüssen hat mittlerweile eine internationale Dimension mit Auswirkungen in verschiedenen Ländern, oftmals sogar verschiedenen Kontinenten. Die Verflechtung der einzelstaatlichen Wirtschaftssysteme ermöglicht es Unternehmen, Kartelle oder andere wettbewerbsfeindliche Praktiken auf internationaler oder sogar globaler Ebene zu organisieren.

Das Bundeskartellamt arbeitet aus diesem Grund regelmäßig mit Wettbewerbsbehörden aus der ganzen Welt zusammen. Diese Zusammenarbeit basiert entweder auf bilateralen Abkommen oder findet innerhalb internationaler Netzwerke statt. Die Art der Zusammenarbeit variiert dabei von Staat zu Staat und beinhaltet unter anderem die Koordinierung von Durchsetzungsmaßnahmen, den Informationsaustausch in Fällen von gegenseitigem Interesse, den Austausch über Fragen der Wettbewerbspolitik und, in einigen Fällen, die Unterstützung beim Aufbau von Kapazitäten.

Zusammenarbeit mit Internationalen Wettbewerbsbehörden

Das European Competition Network (ECN) hat wesentlich zu einer Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den nationalen Wettbewerbsbehörden und mit der Europäischen Kommission beigetragen. Dies betrifft insbesondere den Austausch von Informationen und die gegenseitige Unterstützung bei Kartellermittlungen. Als Co-Chair der Merger Working Group des ECN war das Bundeskartellamt eng in die Ausarbeitung der europäischen Best Practices on Cooperation in Merger Cases eingebunden.

Auf globaler Ebene beteiligt sich das Bundeskartellamt aktiv an wettbewerbsbezogenen Aktivitäten diverser multilateraler Organisationen, wie zum Beispiel dem International Competition Network (ICN), der Organisation for Economic Cooperation and Development (OECD) oder der United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD). Schwerpunkt ist dabei die Förderung politischer Konvergenz durch Dialog und dem gegenseitigen Meinungsaustausch zu generellen Themen der Wettbewerbspolitik und ihrer Durchsetzung, in einigen Fällen auch durch die Ausarbeitung von Recommended Practices.

Im September 2013 wurde Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, zum neuen Vorsitzenden der Leitungsgruppe (Steering Group) des ICN gewählt. Er ist zudem Mitglied im Vorstand (Bureau) des OECD Competition Committee.

Siehe Andreas Mundt wird Vorsitzender des Internationalen Netzwerks der Wettbewerbsbehörden (Pressemitteilung vom 05.09.2013)

Veranstaltungen

Internationale Kartellkonferenz (IKK)
Das Bundeskartellamt veranstaltet seine Internationale Kartellkonferenz (IKK) seit Beginn der 80er Jahre im zweijährigen Turnus. Die Konferenz bietet Wettbewerbsexperten aus regelmäßig mehr als 60 Ländern Gelegenheit, mit hochrangigen Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft über aktuelle Probleme der Wettbewerbspolitik und des Wettbewerbsrechts zu diskutieren. Die 18. Internationale Kartellkonferenz findet vom 15.-17. März 2017 in Berlin statt.

Deutsch-Französischer Wettbewerbstag
Seit 2004 veranstalten die französischen Wettbewerbsbehörden und das Bundeskartellamt zweijährlich einen Deutsch-Französischen Wettbewerbstag, der im Wechsel federführend von den beteiligten Wettbewerbsbehörden ausgerichtet wird. In der Veranstaltungsreihe werden vorwiegend Themen behandelt, die - über die multilaterale europäische Kooperation hinaus - für das bilaterale Verhältnis der beiden Länder von besonderer Bedeutung sind oder besondere wettbewerbliche Fragen für die beiden beteiligten Länder aufwerfen.

Der 7. Deutsch-Französische Wettbewerbstag fand am 14.11.2016 in Paris statt. Themen waren "Kooperationen und Fusionen im Einzelhandel in Frankreich und Deutschland“ und „Wettbewerbliche Analyse digitaler Plattformmärkte“.